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Der Nationalpark Terepaima wurde
1976 gegründet und liegt im Estado Lara im Nordwesten Venezuelas in den Ausläufern der
Anden, südlich der Stadt Barquisimeto. Das Schutzgebiet erstreckt sich in
Nord-Süd-Richtung über eine Länge von etwa 30 km, die Breite schwankt zwischen 3 und 10
km, die höchste Erhebung liegt bei 1600 m. Die Gesamtfläche beträgt 18650 ha. Der Park
ist über eine Schotterstraße vom Ort Rio Claro aus erreichbar.
Terepaima weist neben anderen Waldtypen auch Trockenwald auf, in den höheren
Lagen bedecken wolkenverhangene dauerfeuchte Nebelwälder die
Bergkuppen. Die Niederschlagsmenge pro Jahr liegt zwischen 1000 und 1600
mm. Bemerkenswert ist die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen, der
Jaguar durchstreift hier noch die Wälder und die Bäume und Sträucher
der Nebelwaldzone sind voll mit epiphytischen Gewächsen. Den
Wappenvogel Venezuelas, den Jungferntrogon (Trogonurus
collaris) kann
man hier ebenso antreffen, wie die Nationalblume des Landes, die
"Flor de Mayo" (Cattleya mossiae). |
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Besonders in der
Regenzeit sind die Straßen in einem sehr schlechten Zustand und ohne
Geländewagen nicht befahrbar. Bedingt durch das immerfeuchte
Nebelwaldklima sind Stämme und Äste der Bäume dicht mit Epiphyten
(Farne, Bromelien, Tilandsien, Orchideen) bewachsen. Diese Pflanzen
benutzen die Baumrinde und Astgabeln als Unterlage, um sich mit den
Wurzeln daran festzuklammern. Sie schädigen ihre "Wirte"
jedoch nicht und sind keine eigentlichen Schmarotzerpflanzen. Am meisten
epiphytische Gewächse gedeihen in den Kronen der Bäume, wo sie ideale
Wachstumsbedingungen vorfinden: Möglichst heller Standort und trotzdem
keine direkte Sonneneinstrahlung. |
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Links:
Immergrüner Nebelwald mit dichtem Epiphytenbewuchs an den Stämmen und
Ästen der Bäume.
Rechts: Eine häufig verbreitete Orchidee ist
Odontoglossum
crocidipterum, sie wächst epiphytisch auf Sträuchern und Bäumen und
blüht im Oktober am Ende der Regenzeit.
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Links:
Epidendrum elongatum wächst auf dem Boden und hat 1 m lange
Blütenstiele mit zahlreichen roten, gelben oder weißen Blüten an der
Spitze..
Rechts:
Cattleya mossiae ist die Nationalblume Venezuelas und hat
bis 18 cm große, angenehm duftende Blüten. |
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Links: Verborgen im feuchten Dickicht der
Sträucher gedeiht
Maxillaria sophronites mit ihren kleinen, leuchtend roten Blüten.
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Nach einigen Stunden
Sonnenschein am Vormittag zieht nachmittags dichter Nebel auf, dem
meist warme Regenfälle folgen. Innerhalb weniger Minuten ist alles
feucht, die Stimmen der Tiere sind verstummt und eine gespenstische
Stille macht sich breit. Wo sich vor wenigen Minuten noch die
Sonnenstrahlen durch das Kronendach zwängten, tropft nun die
Feuchtigkeit unablässig von den Blättern. Diese tägliche Ablauf von
Sonne, Nebel und Regen erzeugt eine dampfende, feuchtwarme Atmosphäre, die
das unglaublich üppige Wachstum und den Artenreichtum in den tropischen
Regen- und Nebelwäldern ermöglicht. |
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