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Italien, Fiume Tagliamento (Friuli-Venezia-Giulia)

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Friuli (Friaul) gehört zu den regenreichsten Regionen Italiens, die Niederschläge liegen im Durchschnitt bei 2000 mm/Jahr und fallen hauptsächlich in den Frühjahrs- und Herbstmonaten. Der Hauptfluss Tagliamento ist 178 km lang und entwässert die Karnischen Alpen und Voralpen bis hin zur Adria, mit einem Einzugsgebiet von 2916,86 km2. Der Fluss wird von keinem Gletscher gespeist, sondern ausschließlich durch die stark wechselnden Niederschläge im Hinterland der Oberen Adria. Das weitläufige Bachbett ist im Mittellauf zwischen 500 und 3000 m breit. In der trockenen Sommerzeit ist der durchschnittliche Wasserlauf des Tagliamento nur ein schmales Rinnsal, ein großer Teil des Wassers versickert im durchlässigen Schotter, um etliche Kilometer flussabwärts in Myriaden von Bodenquellen entlang der so genannten Quellenlinie wieder ans Tageslicht zu kommen. Diese Linie kennzeichnet den Übergang von der Hochebene in die Tiefebene Friauls. Während der Hochwasserzeit hingegen füllt sich das gesamte Bachbett und schwillt zu einer  tosende braune Wassermasse an, die sich, Bäume und Schottermassen mit sich reißend, zum Meer wälzt.
Der Tagliamento mit seinen Seitenbächen ist eines der letzten natürlichen, ungebändigten Fluss-Systeme der Alpen und seinem Schutz sollte oberste Priorität beigemessen werden.
Erstaunlich groß ist der Artenreichtum an Tieren und Pflanzen in den ausgedehnten Uferbereichen und Vorlandinseln des Flusses. Die vielen unterschiedlichen Klein-Habitate, die durch die Flussdynamik einem stetigen  Wandel unterworfen sind, ermöglichen diese hohe Biodiversität. Einige Pflanzen und Tiere  haben hier ein isoliertes Vorkommen und sind stark an diese Lebensräume gebunden. 

Die folgenden Bilder zeigen eine kleine Auswahl an Insekten, die ich im Zuge meiner Forschungsarbeiten in den vergangenen Jahren an diesem einzigartigen und faszinierenden Fluss Tagliamento gefunden habe.
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Die beiden Nachtfalter Sanddornschwärmer (Hyles hippophaes) (links) und Fledermausschwärmer (Hyles vespertilio) (rechts) finden an den Ufern des Flusses ideale Bedingungen vor. Die Nahrungspflanzen der Raupen wachsen als Pionierpflanzen im Uferbereich des Flusses.
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Die Raupen der beiden Schwärmer:
links:
Hyles hippophaes lebt an den Blättern der Sanddornsträucher und ist durch ihre Färbung gut an die Pflanze angepasst.
rechts:
Hyles vespertilio. Die Raupe lebt an Weidenröschen (Epilobium dodonaei), sie ist nur in der Nacht aktiv, tagsüber hält sie sich unter Steinen versteckt.
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Die beiden Eulenfalter Catocala lupina (links) und Grammodes bifasciata (rechts) gehören zur Gruppe der Ordensbänder und treten an etwas feuchteren Stellen als Raritäten auf.
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Links: Der Segelfalter (Iphiclides podalirius) gehört zu den elegantesten Erscheinungen unter den Tagfaltern.
Rechts: Die Goldaugen - Springspinne (
Philaeus chrysops) hält sich bevorzugt auf heißen, nahezu vegetationslosen Schotterflächen auf.
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